Hi zusammen,
@leostring: Vielen Dank, absolut berechtigter Tipp, den ich nie missachten würde. Beim Joggen hatte ich einen auch schweißnass nicht transparenten String an, allerdings beim zweiten Mal einen Badestring von Boythor, bei dem ich nicht weiß, ob ich ihn im Freibad mit viel Publikum auch tragen würde, da er wirklich nur die Genitalien verdeckt bzw. einschließt, das auch sehr sicher und fast schon restriktiv, aber dann auch viel vom bei mir rasierten Schambereich zeigt. Das wäre alles aus meiner Sicht noch vollkommen legal, aber ob es für viel Publikum im Freibad wirklich taugt, da ist mir unwohl, und deshalb mache ich das nicht. Dasselbe gilt übrigens für einen recht alten, neongelben Olaf Benz Badestring, sogar noch mit Band, der aber an meiner Beule vorn seitlich zum Schambereich nicht oder nicht mehr ordentlich abschließt, des gefällt mir für öffentliche Auftritte im Frei- oder Hallenbad auch nicht. Aber für das Joggen im Wald war der Boythor String wirklich sehr angenehm zu tragen, durch die restriktive Spannung auf der Beule vorn hat es auch nicht zu sehr gewackelt, sondern war jederzeit gut verpackt. Ich hoffe nur, dass wenn mal ein Mountain-Biker an mir verbeidüst, wenn ich im Boythor unterwegs bin, er nicht vor lauter Hingucken einen Unfall baut...
Aber zurück zum Thema Self-Care und Körperbewusstsein, da gibt es noch ein paar Dinge, die ich gerne noch anfügen möchte zu dem, was ich geschrieben habe. Ein Aspekt ist ja das "Endlich das tun, was man will, sich nicht mehr zwingen, sich an Vorgaben anderer zu halten, und dabei nichts Illegales zu tun". Das hat für mich einen erheblichen Schub an Selbstachtung, Selbstrespekt und auch Selbstbewusstsein ausgelöst. Und dieser Befreiungsschlag hat Wellen bei mir gezogen, auch in andere Bereiche hinein, familiär und beruflich beispielsweise. Ich habe dadurch erlebt, wie es sich anfühlt, sich mehr um seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu kümmern, diesen nachzukommen und sie wirklich zu befriedigen, anstatt Ersatz dafür zu suchen oder suchen zu müssen. Beruflich hat sich das auch dadurch ergeben, dass mich Kollegen schon im Badestring gesehen haben, und der weitere Umgang miteinander gleich gut geblieben ist, aber mein Auftritt durchaus selbstbewusster wurde. Einfach weil es kein Geheimnis mehr für mich war, das ich irgendwie verbergen hätte müssen, sondern dazu stehen darf, dabei aber trotzdem dieselbe Leistung zeige, vielleicht sogar eine bessere, da mich nichts mehr belastet.
Was ich insbesondere im familiären Umfeld bei meiner Frau und meinen Kindern erlebe, ist unbedingte Annahme. Und das hat ebenfalls eine durchschlagende Konsequenz für mich: Ich wurde deutlich entspannter gegenüber allen direkten Familienmitgliedern, da ich mich in legalen Rahmen und mit deren Unterstützung voll ausleben konnte. Der dadurch entstandene Gewinn von Gelassenheit meinerseits, eben dem Fehlen des Zwangs, mich für irgendein fremdbestimmtes Ziel oder Verbot verbiegen zu müssen, ist einfach weggefallen, hat aber einen enormen Effekt erzeugt, der eben in sehr viele andere Bereiche ausgestrahlt hat, in denen ich jetzt auch viel entspannter unterwegs sein kann.
Es hat für mich ein Erleben ausgelöst in dem Sinne: Wenn ich mich nicht mehr so vorkomme, dass ich meine Bedürfnisse zugunsten anderer unterdrücken muss oder fremdbestimmten Vorschriften folgen muss, muss ich das auch nicht mehr dadurch kompensieren, dass ich quasi als Kompensation die Bedürfnisse anderer unterdrücken und behindern muss, sondern dass ich eher entspannt zulassen kann, was ich mir ja auch für meine Bedürfnisse zulasse.
Für mich gilt das insbesondere deshalb mit einer großen Bedeutung, da ich meine heimliche Vorliebe für das String-Tragen in meiner Jugend entwickelt habe, in der auch durch restriktive Erziehung weitere, wesentliche Bedürfnisse unterdrückt wurden und eigentlich natürliche Entwicklungen nicht stattfinden durften, auch wenn ich darauf nicht näher eingehen will. Wegen der zeitlichen Nähe sind diese Erlebnisse allerdings miteinander verbunden bei mir. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Befreiung beim Thema String und Badestring auch in einer Öffentlichkeit tragen und das genießen eben auch ganz andere Felder heilsam berührt.
Das hat auch teilweise ein sehr intensives Erleben. Vorgestern war ich zur Mittagspause im Badestring (Manstore Beach Tower String in einer CSD-Version mit neon-Regenbogenmuster) im lokalen Freibad unterwegs, ohne Familie, es war sehr schlecht besucht, es war schön sonnig und warm, ich konnte meinen Schatten am Beckenboden sehen, wie ich meine Bahnen geschwommen bin, dabei immer im Bewusstsein, durch das Badestring-Tragen das zu tun, was ich immer schon wollte, seit ich Strings als Kind oder junger Jugendlicher durch Fernseh-Dokus kannte bei Naturvölkern. Teilweise habe ich die 3km Brustschwimmen, die ich dort absolviert habe, als eine Art Trance erlebt, mit einem sehr tiefen Gefühl der Verbundenheit mit allen Aspekten von mir, mit einem Gefühl der Ganzheit und einer Form von heilsamen Verschmelzen, auch mit Anteilen, die ich offenbar in meiner Jugend zum Schutz abgetrennt oder vergraben hatte, und vor allem ohne irgendeine Scham, sondern mit Stolz dafür - selbst wenn noch nicht einmal Frauen im String-Bikini an diesem Tag da waren, und ich sowieso der einzige Mann bin momentan, der String in diesem Freibad trägt. Nennt mich ruhig bescheuert, aber das hätte ich in einem Badeslip oder gar in einer Badeshorts so nie erreicht, und es hat sehr starke Nachwirkungen bei mir, die sehr positiv sind, da sie insbesondere alte Wunden bei mir heilen und mich wirklich frei machen von erlebten Zwängen.
Ich weiß nicht, wie gut übertragbar meine Erfahrungen für andere sind, oder inwieweit sie überhaupt nachvollziehbar sind. Ich habe mich immer für einen "speziellen Fall" gehalten. Aber vielleicht kann auch jemand anderes von meiner Beschreibung profitieren, ich würde mich jedenfalls freuen, eine befreiende Anregung gesetzt zu haben.
Stringende Grüße,
Ro72