Ich war heute Nachmittag in der Niederrhein-Therme (Revierpark Mattlerbusch) in Duisburg.
Ursprünglich sollten es vier Stunden werden. Zwei Stunden über die Ruhrtopcard im Wert von 19 EUR (inkl. Sauna), zwei weitere Stunden für 3 EUR Zuzahlung. Kalkuliert hatte ich so, dass ich eine dreiviertel Stunde der heute ab 19 Uhr beginnenden FKK-Zeit für den Solebereich nutzen könnte.
Zu meiner Überraschung gab es für den Grundpreis eine Stunde obendrauf, als Entschädigung für die Bauarbeiten und den gesperrten Palmengarten im Gebäudeinneren.
Als Fast-schon-Profi bin ich dieses Mal gleich in die überaus großzügige Sauna-Umkleide (gemischt), die für mich ein Highlight der Therme darstellt. Statt wie letztes Mal nackt zu wandeln habe ich heute den Bademantel übergezogen, damit ich meine Lesebrille unauffällig mitführen konnte.
Begonnen habe ich "freestyle" mit einem Besuch der für mich noch unbekannten großen Sauna am Gradierwerk, bevor es um 17 Uhr zum Aufguss in die Felsensauna ging. Viel Zeit, mich zwischendurch abzukühlen (das zweite Highlight ist das XXL-Kaltbecken draußen), hatte ich nicht, weil schon etliche Leute zur Sauna pilgerten.
Leider herrscht in der Therme keine Einlass-Disziplin, sodass man durchaus zehn Minuten vorher da sein sollte. Und da war die Sauna schon gut besucht. Der auf der antiquierten "analogen" Übersichtstafel angekündigte Beerenminze-Aufguss musste mangels Materialien entfallen. Der Saunameister, vmtl. ein Bruder von Torsten Sträter, verkündete, er habe aus Johannisbeeren und "Pola"/"Polla" einen Ersatz hergestellt. Umgeben von vielen Stammkunden, wollte ich meine Dummheit nicht zur Schau stellen und war erleichtert, dass andere sich nach dieser merkwürdigen zweiten Pflanze erkundigten. Launig kam zurück "
pullern!", "
ich habe reingepinkelt!", "
nee, Pola". (Ich habe gerade erfolglos versucht, diese Pflanze zu googeln.) Das Ganze erinnerte mich an den stechenden Geruch von Schuhspray, und ich fühlte mich in einer Ecke der obersten Reihe nicht wirklich wohl. Kurz vor Schluss musste ich, wie andere auch, flüchten. Mein zweiter Abbruch nach dem Wenik-Aufguss in Heveney vor einigen Monaten.
"Torsten Sträter" hatte empfohlen, sich nach dem Saunagang zehn Minuten an der frischen Luft die Atemwege abzukühlen und erst dann (in einer bestimmten Reihenfolge) zu duschen (meinte er jetzt warm oder kalt?). Egal, ich habe tatsächlich eine der "Kojen" im Gradierwerk aufgesucht und mich dort ausgeruht.
Dann ging es, nach Duschen und Kaltbecken, ins Dampfbad, das gut besucht war.
Aber ich merkte schon, dass mir irgendwas fehlte, um die Zeit zum nächsten Aufguss totzuschlagen. Die meisten Liegen waren durch Stammgäste oder durch Handtücher von Stammgästen belegt. Man hätte aber im "Raum der Stille" noch etwas bekommen können.
Also, so richtig wohl fühlte ich mich im verwinkelten und dunklen Innenbereich nicht. Es gab nur wenige und verstreute Fächer für die Sporttaschen, hier und da stand jemand "im Weg", viele stellten zudem ihre Taschen auf Sitzbänken ab. Nichts Schlimmes, aber dagegen ist Vonderort wie vom anderen Stern.
So, nächster Aufguss in der Sauna am Gradierwerk, auch hier musste man trotz der Größe der Sauna zeitig da sein. Und wieder war "Torsten Sträter" im Einsatz. Dieses Mal war es von Duft und Temperatur besser auszuhalten.
Beim anschließenden Abkühlen hatte ich den tatsächlich auch von Gästen benutzbaren Übergang vom Sauna- zum Solbad-Außengelände entdeckt. In mir keimte der Plan auf, eigenmächtig zehn bis fünfzehn Minuten vor der offiziellen Zeit FKK zu machen, aber halt direkt von der Tür aus, statt mich wie in Vonderort im Becken auszuziehen. Aber dafür war es noch zu früh, und so ging es nach dem üblichen Duschen/Abkühlen wieder ins Dampfbad, dieses Mal stehend an der Brüstung der ersten Etage.
Dann ganz unauffällig zurück zu dieser magischen Tür, einen Spalt geöffnet, und Mist, zu viele Leute da, und auch gut ausgeleuchtet. Beim Besteigen des Whirlpools ist man ja prinzipbedingt "in voller Pracht", und da war mir das Risiko einer Meldung ans Personal zu groß. Also zurück und den Manstore M859 geholt, damit durch die Tür und in den Whirlpool. Aber es wurden nur fünf Minuten, denn ich hatte beschlossen, dass ich keine Stunde dort verbringen wollte. So ging es zeitig zurück zur Umkleide, damit ich stressfrei innerhalb der Drei-Stunden-Grenze rauskam.
Also man merkt schon, dass ich kein Fan der Niederrhein-Therme werde. Auch wenn ich die hier (
www.stringforum.at/viewtopic.php?p=39391#p39391) beschriebenen Mängel nicht in Gänze nachvollziehen konnte. Sah halt aus wie immer.