Strings in der Männermode: Strategien?

Fragen, Erlebnisse & Erfahrungen rund um den String als Unterwäsche.
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emjay
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von emjay »

Musste erst mal schmunzeln, weil du als "Nordlicht" so zielsicher drei Ruhrgebietsstädte rausgepickt hast … ;)

Mir erschließt sich der Sinn bzw. das angestrebte Ergebnis dieser Aktion nicht. Ich hoffe, du nimmst mir die folgenden Zeilen nicht übel.

Stringträger sollen offline kaufen (wenn bereits möglich) bzw. koordiniert (schwierig) Läden aufsuchen und Nachfrage demonstrieren. Im besten Fall folgt der Einzelhandel dieser Nachfrage und nimmt Strings ins Sortiment, die der Kreis der Stringträger dann wiederum kauft. Denn wie du ja vermutest, würden (zumindest in der Gruppe) Leute zwar einen Schnitt A (z. B. Pants) einer Marke, nicht aber Schnitt B (String) kaufen. Die bloße Präsenz eines Herrenstrings würde also niemanden ermutigen.

Welche Läden kämen überhaupt infrage?
Kaufhäuser (Karstadt, Kaufhof), Textilfilialisten (z. B. C&A, H&M, Kik, Primark, Zeeman) und einzelne Fachgeschäfte. Bei allen größeren Unternehmen mit eigener Internetpräsenz bzw. idealerweise eigenem Internetshop kann die Anfrage auch elektronisch in der Zentrale platziert werden.

Welche Marken kämen überhaupt infrage?
Von den "echten" Marken (also keinen Eigenmarken) fallen mir immer Bruno Banani, Manstore, Olaf Benz ein. Von Calida, Mey, Schiesser und Skiny sind mir z. B. gar keine Herrenstrings bekannt. Nachdem ein Forist aus Österreich kürzlich seinen Mey-String erwähnte, habe ich extra das Mey-Sortiment studiert, weil ich das gar nicht glauben konnte. Zumindet bei meiner Recherche Fehlanzeige. Skiny hatte mal einen schönen String im Sortiment, führt diesen aber nicht mehr und konnte mir auch auf Nachfrage (allerdings vor einigen Jahren) keine Hoffnung machen.

Wie könnte sich ein Geschäft überhaupt verhalten?
Die Marke müsste zunächst im Sortiment bereits vertreten sein und (s. o.) überhaupt Strings führen. Manstore und Olaf Benz habe ich z. B. selbst in der von mir erwähnten "guten alten Zeit" nur in ausgewählten Kaufhof-Filialen gesehen. Kein Händler würde eine neue Marke nur wegen eines Strings, dessen Verkaufserfolg ja zudem höchst fraglich ist, einlisten. Nehmen wir mal einen Wäscheladen, der klassische unaufgeregte Marken wie eben Calida & Co. führt und somit eine bestimmte Zielgruppe umreißt. Dieses Geschäft müsste dann den Wunsch haben, sich zu "verjüngen" oder zu "verbreitern" und würde dann z. B. Bruno Banani listen.
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trm_string
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von trm_string »

Christoph1990 hat geschrieben: Fr 3. Aug 2018, 11:27Die 23% setzen sich - wie bereits erwähnt - unterschiedlich zusammen: 2% täglich, 3% mehrmals pro Woche, 2% einmal die Woche, 4% mehrmals im Monat und 12% seltener.
Die ersten beiden Gruppen ("täglich" und "mehrmals pro Woche") lasse ich schon als "Stringträger" gelten. Damit wären dann 5% der Deutschen Männer Stringträger. Die anderen Gruppen (einmal pro Woche und weniger) würde ich eher ignorieren.

5% müsste aber eigentlich auch schon reichen für ein etwas besseres Stringangebot im Handel; ich fürchte, dass die wirkliche Zahl eher im Bereich 1 bis 2% ist.

Christoph1990 hat geschrieben: Fr 3. Aug 2018, 11:27Hoffe dass damit zunächst mal der Exkurs zum Thema "Umfragen" beendet ist - den ich zugegebenermaßen begonnen habe. Also: zurück zu den Strategien!
Was die Strategien zum Thema "was kann man tun?" betrifft: missionieren und predigen wären bestimmt kein guter Weg. Ich könnte mir eher Empfehlungen vorstellen für den Fall, dass eine Unterhaltung sich mal in Richtung Unterwäsche oder Strings bewegt. Ich werde in den kommenden Tagen mal darüber nachdenken; ich stelle mir ein Gedankenspiel mit möglichen Fragen und Antworten vor.

Allerdings frage ich mich, ob es eine sinnvolle Verwendung meiner Zeit ist. Eigentlich versucht dieses Forum Strings als selbstverständliche und gleichberechtigte Kleidungsstücke zu verstehen. Themen wie "mit String zum Arzt", "wie erzähle ich es meiner Freundin" usw. wecken aber den Eindruck, dass viele Mitglieder selbst noch ein ziemlich problematisches Verhältnis zum String haben. Und der Thread "Ausschließlich Strings" sieht auch nicht ermutigend aus. Wie sollen denn Leuten, die selbst nicht von ihren Strings überzeugt sind, anderen überzeugen ? Das klingt fast wie ein Einaugiger, der versucht, einen Blinden die schöne Aussicht zu beschreiben.

Mit Badestrings ist die Situation noch viel schlimmer. Das Thema kommt vielleicht mal irgendwann später, denn dafür muß ich bestimmt noch mehr Prügel einstecken, als die, die ich wahrscheinlich schon für diesen Post bekommen werde.
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emjay
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von emjay »

Ich hoffe, mein Beitrag ist nicht so rübergekommen, dass ich deine Ideen und dein Engagement ausbremsen will. Das ist mitnichten der Fall.

Ich gehöre übrigens auch zu denjenigen, die den Stoff mal anfassen möchten, von daher würde ich mich selbstverständlich auch über (wieder) mehr Präsenz im Offline-Handel freuen. Und es rückt den String ja zumindest ein Stückchen auch in den Bereich des "Normalen". Ich hoffe, ich dupliziere jetzt nicht meinen Einzelhandels-Thread, aber auch das aus heutiger Sicht deutlich bessere (aber natürlich längst nicht zufriedenstellende) Angebot um die Jahrtausendwende hat nicht für eine Verankerung gesorgt.

Es gibt eine Reihe von zur Genüge diskutierten Vorurteilen bzgl. des Herrenstrings, sei es die Zuordnung zu einer als unpassend empfundenen sexuellen Orientierung, die Unbequemlichkeit oder generell die Abwertung als "bäh", "unmännlich", "geht gar nicht".

Der Tragekomfort kann nur erfahren werden (aber bitte keinen Hom Fred(d)y kaufen, sonst ist man evtl. für immer davon weg), die anderen Aspekte finden in den Köpfen bzw. in der Gesellschaft statt.

Die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten sind hier möglicherweise eher nachteilig, denn es gibt einerseits viele Quellen, die einem "sagen" (man muss natürlich auch "hören" wollen), was geht und was nicht, sowie die Technik, dass etwaige von anderen als lustig oder peinlich (epic fail etc.) empfundenen Dinge ruckzuck an alle im Freundeskreis weitergetratscht werden.
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trm_string
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von trm_string »

Zur Frage: "was können wir tun?": ich glaube nicht, dass es etwas bringen würde, wenn man Geschäfte dazu drängt, Strings im Angebot aufzunehmen.

Das einzige, was meines Erachtens etwas bringen könnte, ist wenn man als Stringträger zum richtigen Zeitpunkt bereit ist, Rückgrat zu zeigen. Was das für Badebekleidung bedeutet, hat ein Bekannter von mit in einem Forumsbeitrag aus 2006 sehr gut beschrieben. Etwas provokant, aber er spricht mir aus der Seele.

Der Beitrag steht im Forum "String als Bademode" und hat den Titel: "Irgendwie verstehe ich die Welt nicht mehr".
http://stringforum.at/viewtopic.php?f=11&t=272
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f.j.
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von f.j. »

Danke für eure Beiträge und Ideen bis hierhin - hoffe natürlich auf noch weitere Gedanken zum Thema! Hier aber erstmal ein paar Punkte die ich gerne festhalten würde:
  1. Obwohl der Anteil der Stringträger in Deutschland marginal und die angegebenen 23% sicherlich nicht akkurat ist, bzw. wie erwähnt nicht den Anteil jener widerspiegelt, die tatsächlich regelmäßig Strings tragen, glaube ich dennoch, dass mehr Männer dazu bereit wären, Strings zu tragen, als man intuitiv meinen könnte. Der Anteil der das bereits tut wird auch nicht bei 1% sondern wohl eher bei den besagten 5% liegen. Vieles hängt wohl davon ab, dass man Strings einfach mal ausprobiert. Kennt man Strings nicht, könnte man schnell meinen, sie seien zu feminin oder zu unbequem. Probiert man es hingegen mal aus, weicht man womöglich von dieser Ansicht ab. Es geht also primär um diese erste Hemmschwelle. Das wäre zumindest mein Fazit.
  2. Von dieser Einleitung bin ich dann zu den Strategien gekommen. Dabei geht es mir in der Tat (wie von Spoonman78 angesprochen) nicht ausschließlich darum, wie man das Stringangebot „offline“ vergrößern kann, sondern eben auch wie man das Stringtragen „in sämtlichen Bereichen supporten“ kann.
  3. In Bezug zu Ersterem, also dem Wunsch nach mehr Strings im Einzelhandel, können wir mal festhalten: Geschäfte werden nicht von heute auf morgen hier Sortiment umkrempeln, nur weil jemand nach Strings fragt. Auch muss man sich die Frage stellen welche Marken überhaupt infrage kommen. Aber auch wenn man als einzelner Konsument sicher kein Trend in Gang setzt indem man in manchen Geschäften nachfragt, ist es aus meiner Sicht dennoch wichtig genau das zu tun: „Haben Sie auch Strings dieser Marke? Ich habe die online gesehen, wollte aber erstmal nachsehen ob es hier was im Geschäft gibt.“, „Wenn sie diese Unterwäsche nicht im Laden haben, könnten Sie sie liefern lassen?“. Natürlich ist der Impact des einzelnen Konsumenten begrenzt, aber es gehört ja auch genau zu dieser viel besprochenen Normalität, dass man diese Fragen stellen kann, wie bei jedem anderen Konsumartikel.
  4. Darüber hinaus sollten wir aber auch darüber nachdenken, Strings mehr in die Öffentlichkeit hineinzutragen und als Teil der Männermode bekannt zu machen. Das hört sich jetzt an als wäre ich dafür, dass wir alle bloß mit String bekleidet durch die Öffentlichkeit spazieren sollten. Oder dass man auf missionarische Art und Weise sein Umfeld zu „bekehren“ versuchen soll. - Das Gegenteil ist der Fall. Man sollte Strings wohl anziehen wie jede andere Unterwäsche. Man sollte sie in der Schublade haben wie auch Boxershorts, sofern man auch Boxershorts bequem findet. Man sollte andere Unterwäsche nicht abwerten, geschweige denn die Leute, die sie tragen. Aber - und da bin ich ganz bei trm_string - man sollte wohl auch dazu stehen, dass man welche trägt und das keinesfalls geheimhalten oder zum Sport, auf die Arbeit oder zur ärztlichen Untersuchung aus Angst vor der Umkleide, vor den Kolleg/innen oder vor dem Arzt/ der Ärztin plötzlich auf andere, vermeintlich gesellschaftlich akzeptierte Unterwäsche umsteigen. Zugegebenermaßen habe ich hier selber noch einen eher langen Weg vor mir.
  5. Wenn man sich darüber Gedanken macht, wie man Strings und das Stringtragen generell „vorantreiben“ kann (d.h. nicht nur wie man String im Einzelhandel (wieder) etablieren kann), dann ist es auch wichtig zu reflektieren, wieso sie noch nicht bereits „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen sind. Das hat viele Gründe, die hier im Thread teils schon angesprochen wurden. Wichtig ist aus meiner Sicht noch, dass der Nutzen von Strings zu wenig bekannt ist, während das vermeintliche Image von Strings eher negativ ist, bzw. Herrenstrings als Scherzartikel oder als Artikel für Homosexuelle angesehen wird. Dass beides nicht stimmt, hilft dem einzelnen Konsumenten natürlich wenig. Der Gedanke ist nämlich dennoch bei manchen da. Wichtig ist das dennoch! Strings können sehr bequem sein, sind durchaus schlicht, und werden gerade von Frauen oft weniger skeptisch betrachtet, da sie ja selbst auch welche tragen. Genau das müsste also bekannt gemacht werden.
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f.j.
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von f.j. »

immerstring hat geschrieben: Fr 10. Aug 2018, 01:05Liebe und Frieden und Strings!
„Peace, Love, And Rock 'N Roll“ — And Thongs! :lol:

Dass man Strings auf natürliche Art und Weise in den Alltag einbauen und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit tragen sollte (wie auch andere Unterwäsche), denke ich auch. Nur so werden sich Strings in der Männermode etablieren können; falls das mal passieren sollte. Aber anders als du es geschildert hast, würde ich das Stringtragen ganz entschieden von der sexuellen Orientierung und auch von sexueller Offenheit entkoppeln. Genauer gesagt würde ich es nicht nur entkoppeln sondern gar nicht erst damit in Verbindung bringen. Wieso auch? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn ich Avocados esse, macht mich das auch nicht zum Atheisten. Zu dieser viel beschworenen „Selbstverständlichkeit“ gehört für mich auch, dass man das Stringtragen keiner spezifischen Gruppe zuordnet, bzw. etwaige Behauptungen ggf. korrigiert. Frauen, die Strings tragen, werden ja auch nicht einer bestimmten Orientierung oder Gruppenzugehörigkeit zugeordnet.
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emjay
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von emjay »

Nach meinem Eindruck schildert immerstring aber nur seine Beobachtungen und seine persönliche Erfahrung und wünscht sich im Gegenteil auch eine von solchen Vorurteilen losgelöste Bekleidungsfreiheit.

Letztlich sind wir aber nun wieder an einem der zentralen Diskussionspunkte sämtlicher Stringforen, von dem sich viele andere Diskussionen ableiten.
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immerstring
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von immerstring »

Christoph1990 hat geschrieben: Fr 10. Aug 2018, 12:18
immerstring hat geschrieben: Fr 10. Aug 2018, 01:05Liebe und Frieden und Strings!
„Peace, Love, And Rock 'N Roll“ — And Thongs! :lol:

Dass man Strings auf natürliche Art und Weise in den Alltag einbauen und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit tragen sollte (wie auch andere Unterwäsche), denke ich auch. Nur so werden sich Strings in der Männermode etablieren können; falls das mal passieren sollte. Aber anders als du es geschildert hast, würde ich das Stringtragen ganz entschieden von der sexuellen Orientierung und auch von sexueller Offenheit entkoppeln. Genauer gesagt würde ich es nicht nur entkoppeln sondern gar nicht erst damit in Verbindung bringen. Wieso auch? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn ich Avocados esse, macht mich das auch nicht zum Atheisten. Zu dieser viel beschworenen „Selbstverständlichkeit“ gehört für mich auch, dass man das Stringtragen keiner spezifischen Gruppe zuordnet, bzw. etwaige Behauptungen ggf. korrigiert. Frauen, die Strings tragen, werden ja auch nicht einer bestimmten Orientierung oder Gruppenzugehörigkeit zugeordnet.
Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke!
Viele Grüße
Immerstring

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MrStringer
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von MrStringer »

Ich hätte noch einen Beitrag zur ursprünglichen "Strategie":

0. Vorwort

Ich freue mich über dieses Forum, genieße das String tragen und finde es schön und ermutigend hier Gleichgesinnte zu finden und ich nehme alle Beiträge zur Kenntnis.
Im folgenden möchte ich allerdings etwas aus der Blase raus und "erden".

1. Zur Lage des Stringtragens

In diesem Forum gibt es einige Posts von Mitstringern mit Titeln in der Art von "String im Alltag" oder "erste Erlebnisse im Badestring". Das zeigt an, dass mit dem öffentlichen Tragen von Strings etwas gehadert wird. Die Antworten sind immer ähnlich: "Mach einfach und trau dich". Zum Glück leben wir im humanistischen Europa und nicht im nahen Osten - also geht das auch auf.
Neben dem "einfach mal losgehen und stringen" gibt es aber auch eine andere Bewegung die in diesem Forum leise Fürsprecher findet. Die Fragen nach dem erhöhen der gesellschaftlichen Toleranz. Ziel dahinter ist es wohl die Hemmschwelle zu reduzieren.
Aber da zitiere ich mal Theodore John Kaczynski:
Die Gesellschaft soll alle Probleme jedes einzelnen lösen, jedermanns
Bedürfnisse erfüllen, für jeden sorgen. Er hat kein inneres Vertrauen zu seinen eigenen Fähigkeiten, um
damit seine eigenen Schwierigkeiten zu bewältigen und seine Bedürfnisse zu erfüllen
Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft, 16. Eintrag

Allerdings wird das Stringen eine modische Randerscheinung bleiben. Diese Hemmschwelle überwinden nicht viele und warum sollten sie. Ähnlich verhält es sich mit meinem anderen Interesse: Füller und Stempel. Natürlich hätte ich gern mehr Papier, welches die Tinte nicht aufsaugt (gibt es ja), aber die Laserdrucker laufen effizienter auf anderen Papiersorten und das papierlose Büro schafft auch Papier allgemein langsam ab.
Da darf man nicht zu Don Quijote werden und gegen den Zeitgeist ankämpfen.

In dem Moment wenn z.B. überlegt wird, wie im Forum gelesen: "kann man da nicht eine Pflicht einführen" oder "Quoten im Geschäften" etc. will man nicht an sich ansetzen, sondern an den anderen und das ist über griffig und der Sache, für die man anzutreten gedenkt, abträglich.
Wir betreiben hier ein Hobby in einer modischen Nische, so wie Füllerschreiber oder Fans von diesen alten Ami-Schlitten. Dem dürfen wir nicht zu entkommen versuchen.

1.1 Vorurteile und Bedenken die im Raume stehen können
  1. String Tangas werden nur von Schwulen getragen
  2. Was sollen die anderen denken?
  3. Habe ich den Körper dazu?
  4. Das ist zu Fetisch für die Öffentlichkeit.
  5. Frauen wollen keine Männer in Strings.
2. Methoden zur eigenen Akzeptanz
  1. Ja einige, die öffentlich in Erscheinung treten und String-Mode zeigen sind homosexuell. Da kann man jetzt einsteigen in die "Angst" als "Schwuler" angesehen zu werden. Aber wenn Männer eben auf Strings stehen, dann tragen Männer, die auf Männer stehen welche - so wie Frauen die auf Männer stehen Strings tragen, weil die Männer drauf stehen. Es muss doch egal sein welche sexuelle Orientierung man(n) hat. Schwul sein ist doch kein Stigma mehr.
    Das führt mich auch gleich zum nächsten Punkt:
  2. Was sollen die anderen denken? Ja da zitiere ich frei mal Mark Twain:
    Wir machen uns weniger Gedanken über das was andere denken, wenn wir wissen wenig sie es tatsächlich tun.
    Ist die Fremdmeinung für mich tatsächlich von Relevanz. Wenn ja, dann ist man nicht in der Lage seine Nischeninteressen zu vertreten. Da kann einem keiner helfen - ähnlich wie beim Fallschirmsprung. Das sollte mit der Reife kommen, denn das Sprichwort sagt: Was stört es die Eiche, wenn eine Sau sich dran scheuert.
  3. Überkomme deine eigenen Bedenken. Trage Strings und taste dich an deine Wohlfühlzone. Erteile dir keine Denkverbote oder überlege ob du mit deinem Körper Strings tragen solltest (öffentlich). Als Hilfestellung: In der Therme kannst du auch nackt sein, also ist ein String doch angezogener als komplett nackt. Hadere ich allerdings mit meiner Nacktheit, dann wird diese Mode nur deine Probleme hervorgekehrt haben, aber weder Verursacher noch Lösung sein.
  4. Wenn man selbst, so wie ich, in Strings einen Fetisch sieht, dann bleibt nur die Frage in wie weit man diesen auslebt. Auch da kann man sich an der schwulen Community orientieren. Es gibt kein, dezentes und penetrantes Auftreten. Zum Beispiel haben Guido Westerwelle und Jens Spahn ihre Orientierung nicht zum Gegenstand ihrer Erscheinung gemacht. Klaus Wowereit war da dezent, auch als Eröffner des CSD.
    Genauso ist es mit der Stringmode. Auch hier im Forum gibt es Einträge wie unter dem Faden "mit String zum Arzt", an denen gesagt wird: wenn es ein dezentes Modell ist, ist das doch egal. Wer nicht weiß was dezent ist, hat erstmal andere Baustellen zu bearbeiten als seine Modeischen.
  5. Was Frauen wollen ist nur dann relevant, wenn man eine sucht. Suche ich am Pool eine Frau? Suche ich eine, die ich dann erst später in meine Vorliebe einbinde? Auch das ist eher eine Frage der eigenen Dating-Strategie, als der Mode.
Es bleibt also, dass es von einem selbst kommen muss den String anzuziehen oder nicht. Da gibt es keinen anderen Weg als Selbstvertrauen. Auch das Heranführen von Prominenten, die dem String zum Vorschub verhelfen, verendet, wie schon angesprochen, bei der Relevanz und dem Auftreten des Influencers.

Fazit
Ich kann nur sagen, dass Strings eine schöne Sache sind und je mehr die eigene Unterwäsche in die Öffentlichkeit dringt, desto mehr Selbstvertrauen muss man selbst aufbringen. So ist es wenn man sich in Nischen wohl fühlt und das ist auch der Reiz an mancher Stelle.
Alles andere, was einem selbst über die eigenen Hemmungen helfen soll kann im schlimmsten Fall nur dazu beitragen diese Nische in fremde Hände zu legen (z.B. in die Hände von Tim Kaulitz, der andere Interessen zu verfolgen scheint als das Forum im Mittel oder einem Verordnungsgeber der Strings zu einem Politikum werden lässt und wenn wir etwas weniger brauchen als mehr Bestimmungen, dann ist es Abneigung gegen das Stringtragen als Ausdruck einer Obrigkeitshörigkeit - es würde ein Ärgernis für jene werden, die dem Stringen gleichgültig gegenüberstehen).
Es würde der Nische damit seine Identität rauben, wenn wir nicht selbst gelassen mit unserer modischen Vorliebe umzugehen wissen.
Bis dahin - ich winke euch zu, wenn ich andere Stringer sehe.
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Re: Strings in der Männermode: Strategien?

Beitrag von haenschen15.4 »

Mal wieder ein Theoretiker. Tragt einfach, was die Frauen auch tragen - Basta. Da sagt auch keiner: " die trägt String, also ist sie lesbisch".
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