Warum kein Badestring?

Fragen, Erlebnisse & Erfahrungen rund um den String als Bademode.
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Bistring69
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Warum kein Badestring?

Beitrag von Bistring69 » Mi 1. Mai 2019, 17:30

Viele (auch ich) schreiben hier, dass sie einen Badestring einer gewöhnlichen Badehose vorziehen würden und (wichtig) dass sie es dann auch tun.

Selten (?) aber schreibt keiner hier, warum er nun keinen Badestring trägt. Also, warum trägst du String‘s als Unterwäsche aber keinen Badestring?

Es geht hier nicht darum jemanden zu verurteilen oder an den Pranger stellen, ich würde nur gerne wissen why not? :roll:
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Martin1978
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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von Martin1978 » Mi 1. Mai 2019, 17:55

Ich trage nur Badestrings, wenn ich mit ziemlicher Sicherheit weiß, dass mich keiner kennt und oder die wissen es, dass ich Badestrings trage.
Obwohl mir es schon passiert ist, dass ich einem Arbeitskollegen über den Weg gelaufen bin, als ich einen Badestring trug.
Ich will es nicht, dass es alle wissen, darum möchte ich mich auch nicht allen zeigen.

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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von Spoonman78 » Mi 1. Mai 2019, 18:24

Bistring69 hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 17:30

Selten (?) aber schreibt keiner hier, warum er nun keinen Badestring trägt. Also, warum trägst du String‘s als Unterwäsche aber keinen Badestring?
Ich verstehe irgendwie den Ansatz nicht. Nicht jeder, der Strings als Unterwäsche anzieht wird auch gleichzeitig Strings als Bademode anziehen. Womöglich tragen ja einige sogar Badeshorts, die hier teilweise so verteufelt werden.

Wenn es aber darum geht, wann man keinen Badestring anzieht, wenn man es normalerweise doch tut, dann würde ich mal sagen: immer dann, wenn Leute anwesend sind, die man kennt und man ahnt, daß sie nicht damit umgehen können.
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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von emjay » Mi 1. Mai 2019, 19:16

Zurzeit gehe ich gar nicht ins Schwimmbad (habe es mir für dieses Jahr mal wieder vorgenommen), sodass sich die Frage daher im Moment prinzipiell nicht stellt.

Ich bin vor einigen Jahren ingesamt vielleicht 12 bis 15 mal im String schwimmen gewesen, in den unterschiedlichsten Bädern (Städte, Art, Größe), sodass ich durchaus Badestring-Erfahrung besitze.

Zwar reizt es mich duchaus noch, aber ich denke, es wird wohl nicht mehr passieren.

Es war immer ein Nervenkitzel vorhanden, aber nicht unbedingt der "wohlige", sondern der "bedrückende" (Welche Vorschriften gibt es? Werde ich ermahnt? Wie sind die Reaktionen der anderen? Werde ich ausgelacht? usw.). Einmal hatte ich anschließend sogar furchtbare Angst, ich könnte gefilmt und "für alle Zeiten" als "Tangamann" online gestellt worden sein. Letztlich kann das in einem Freibad nie wirksam kontrolliert und unterbunden werden, sodass ich die Gefahr heutzutage als realistisch ansehe.

Man sieht also, ich bin nicht der "abgebrühte Profi" geworden, dem die "Umwelt" egal ist, der das einmal beschließt und dann konsequent durchzieht, komme was wolle.

Ich habe mir überlegt, welche "zwingenden" Gründe es geben könnte, die ich in einem möglichen Gespräch, sei es mit Umstehenden, dem Badpersonal oder im "schlimmsten" Fall mit Bekannten, anbringen könnte. Mit "zwingend" meine ich logisch nachvollziehbar, z. B. legt sich jemand im Freibad auf die Wiese zum Bräunen und zieht "natürlich" einen String an, um möglichst viel Bräune zu erlangen. Das wäre zumindest glaubhaft vermittelbar und auch "objektivierbar" (gebräunte statt weiße Pobacken vorzeigen (bzw. die sind ja dann sichtbar)).

Warum aber beim Schwimmen? Klar, ist ein tolles Gefühl, aber das ist Nacktschwimmen auch. Funktioniert aus meiner Sicht nur mit "konstruierten" Gegensätzen, die hier leider auch im Forum oft bemüht werden (Badeshorts sind blöd, daher bleibt nur String).

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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von Spoonman78 » Mi 1. Mai 2019, 22:55

Ist es nicht schlimm, daß man sich im aufgeklärten Deutschland Gründe zur Rechtfertigung seiner Badebekleidung zurechtlegen muss?
Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich notwendig ist.
Ich kann natürlich nur für mich sprechen und meine Erfahrungen sind auch überschaubar, aber bislang wurde ich noch nie direkt auf meinen String angesprochen. Nun bin ich im Freibad eher morgens unterwegs, wenn noch keine 100 Jugendlichen im Pulk dort rumlümmeln, aber dort sind dann trotzdem zwischen 20 und 40 Leute, die ja auch das Potential haben, eine Meinung zu meiner Bekleidung zu haben. Ich habe aber noch nicht mal einen abschätzigen Blick mitbekommen. Insofern überwiegt bei mir dann eher der „wohlige“ Nervenkitzel.
Und ich könnte mich logischerweise nicht damit „herausreden“, daß ich den String zum Bräunen trage, da ich morgens eher nur zum Schwimmen da bin.

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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von emjay » Do 2. Mai 2019, 06:50

Also ich bin einmal vom Bademeister ermahnt worden (andere Badehose anziehen oder Bad verlassen), habe dort aufgrund der Peinlichkeit und Aussichtslosigkeit auf eine Diskussion verzichtet.

Einmal habe ich nach Verlassen des Hallenbads giftige Blicke (aber keine Ansprache) von wartenden Eltern kassiert (es hatte gerade der Kinderkurs begonnen, was mir zuvor nicht bewusst gewesen war), einmal hörte ich im Familienbereich eines Freibads (den ich zum Verlassen des Bades passieren musste) einen Spruch in meine Richtung "muss das sein?" und zweimal vernahm ich pseudo-zustimmende Pfiffe und Sprüche wie "dreh dich doch mal um" von Jugendlichen. Einmal überraschtes Gekicher zweier Mädchen, aber das habe ich tatsächlich auf die unerwartete Situation zurückgeführt. Und einmal eine aufgeregte Horde Kinder in der Umkleide, die zuerst völlig perplex angesichts meines Anblicks waren und mich ganz neugierig-freundlich fragten, ob ich das cool fände, später (draußen, auf der Straße) sich aber wieder "gesammelt" und sich zwischenzeitlich auf die "schwul"-Sprachregelung verständigt hatten.

Das alles in Olaf-Benz-Strings (die aber teilweise knapper waren als heute) und in knappen Skinzwear-Strings, aber nie transparent, nie "anatomisch" (Bulge, Torpedo), nie "unmöglich" (Koala), nie mit Cockring. Auch kein Runden-drehen bzw. Sich-präsentieren ("gockeln"), kein Stringwechsel, kein Anstehen am Kiosk. Also einfach nur zum schwimmen im Bad aufhalten.

So macht halt jeder seine Erfahrungen.

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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von Marc_85 » Do 2. Mai 2019, 09:03

Also aus meiner Sicht ist es so das die Welt gar nicht aufgeklärt und auch nicht aufgeschlossen ist.
Ich ziehe Badestrings an an den Orten wo ich weiß das es niemanden etwas ausmacht, ich niemanden damit auf die Füße trete sei es aus religiösen Gründen oder anderen oder an Orten an denen ich einfach meine Ruhe habe. Im heimischen Schwimmbad würde ich keinen String anziehen da die Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit einfach nicht gegeben ist. Getuschel und Diskussion ob schwul oder nicht ist mir da noch egal allerdings wenn der Bademeister kommt und einen bitter die Hose zu wechseln finde ich das schon als peinlich für beide Seiten und das würde mir den Aufenthalt dort versauen.
Genau aus diesem Grund gibt es auch hier dieses Forum.
Wäre ein Badestring bei Männern so angesehen wie die Badehose oder Short würde wir hier nicht diskutieren und fragen an welchen Orten es möglich ist sich im String zu zeigen. Und da komme ich auch schon zum letzten Punkt ich verheimliche nicht das ich Strings trage schmiere es aber nicht jedem aufs Brot. Wenn man mal was sieht oder in der Umkleidekabine der Sauna mit Freunden ist mir das egal aber ich präsentiere mich nicht im Schwimmbad damit ich dann zum Stadtgespräch nr1 werde.

Aber ob String, fkk oder wie auch immer jeder findet sein Plätzchen und jeder sollte so damit umgehen wie es ihm gefällt. Allerdings sollte man niemanden etwas aufzwingen was man nicht unbedingt sehe möchte 🤪
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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von Spoonman78 » Do 2. Mai 2019, 22:31

Von einigen negativen Erfahrungen darauf zu schließen, daß die Welt nicht aufgeklärt und aufgeschlossen ist, finde ich etwas fatalistisch.

Natürlich sind wir aufgeklärt und die heutige Welt ist in der breiten Masse sicher aufgeschlossener als 1955. Nur ist es so, daß nicht alle etwas mit der Aufklärung und mit Aufgeschlossenheit anfangen können.
Und ich bedaure sehr, daß einige hier bereits schlechte Erfahrungen machen mussten. Die Frage wäre dann vielleicht in welchem Umfeld kam es zu diesen „Szenen“? Eher im ländlichen Gebiet oder doch in der Stadt? Und, die Frage muß erlaubt sein, müsste man sich in dem Moment den Schuh überhaupt anziehen? Klar, daß man den „Badverweis“ schon hinnehmen muß (Hausrecht etc.), aber hätte man nicht zumindest hinterfragen können, wieviele Beschwerden es gab?
Ich gebe zu, es ist leicht daherzureden, wenn man die Situation noch nicht erlebt hat, aber mit abschätzigen Blicken, Kopfschütteln oder gemurmelten Bemerkungen kann man leben - wenn man es will.
Was ich besonders bemerkenswert finde, ist dann, daß die Bemerkung, jemand sei anscheinend schwul, so offensichtlich als Beleidigung empfunden wird. Das verstehe ich nicht. Sind Homosexuelle Menschen zweiter Klasse oder wo ist das Problem?
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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von emjay » Fr 3. Mai 2019, 06:37

Meine Badestring-Erlebnisse beziehen sich im Großen und Ganzen auf das Ruhrgebiet, also einen urbanen Ballungsraum.

Der Verweis passierte allerdings in einem kleinen Hallenbad in einem eher dörflich geprägten Stadtteil. Mir war das peinlich, sodass ich die unangenehme Situation nicht künstlich verlängern wollte. Schließlich hat der Bademeister mich ja auch nicht gefragt "Warum ziehen sie so etwas an?", sondern mir mitgeteilt "In dieser Badehose dürfen Sie hier nicht schwimmen!".

Bei Blicken, Pfiffen oder Bemerkungen kann man abhärten. Meine Sache ist das nicht gewesen, vielmehr habe ich an mir bemerkt, dass ich stets nach möglichen "Gefahren" Ausschau gehalten habe.

Letztlich darf man als Badestring-Träger (so es einem denn nicht völlig egal ist) sich aber auch nicht der Illusion hingeben, eine nicht vernehmbare Reaktion sei Zustimmung oder, wie hier und da auch gemutmaßt wurde, klammheimliche Bewunderung. Ich war mal Zeuge eines Stringertreffens, welches auch im damals üblichen "Live-Bericht" vom Notebook aus dokumentiert wurde ("Voller Erfolg!"), habe aber die Reaktionen der Badegäste mitbekommen ("Freaks!").

Als Badestring-Träger wird man vermutlich stets ein Exot sein und einen unsichtbaren leuchtenden Pfeil in Neonfarben mit sich schleppen, der wippend und pulsierend auf einen zeigt, bildlich gesprochen.

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Re: Warum kein Badestring?

Beitrag von Spoonman78 » Fr 3. Mai 2019, 07:32

Ja, kann ich verstehen, daß man in dem Moment, wo die Badepolizei auftaucht, eher perplex ist und nicht auf große Diskussionen aus. Es wäre natürlich gut, wenn man immer selbstbewusst auftreten würde und den Hintergrund wenigstens hinterfragen würde, aber ich glaube, da man doch immer mit einer gewissen Unsicherheit (der eine mehr, der Andere weniger) unterwegs ist, weil man ein Exot ist, fällt einem Souveränität in dem Moment schwer.
Ich selbst bin noch nicht mit so einer Situation konfrontiert gewesen, insofern kann ich dazu natürlich nur „schlaue Sprüche“ raushauen.

Bei dem Stringertreffen stellt sich dann ja auch die Frage des Verhaltens. Tritt man dann in der Gruppe habstarkengleich auf und demonstriert „Stärke“ durch Quantität oder blieb man zurückhaltend?
Ich glaube nämlich, daß Stringer-Rudel auf den Normalbürger viel irritierender wirken als Einzelgänger.

Und was den Neonpfeil angeht: den trägt man nicht über sich, sondern teils direkt an sich 😂

Die kleine Edith sagt: Heute morgen in Buxtehude im Hallenbad im blauen Manstore M751 - außer vielleicht ein, zwei Blicken keine Reaktion. Es waren ca. 20 Erwachsene und 50 Kinder da. Also: Norddeutschland rockt, was die Aufgeschlossenheit angeht 😉

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