Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Welche Einkaufstipps / Erfahrungen habt ihr? Empfehlt und bewertet eure Strings.
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poohstring
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von poohstring »

Ein Stück Unterwäsche benötigt in etwa 10 Minuten Arbeitsaufwand. Beim aktuellen Mindestlohn also maximal 3,- EUR. Dazu der Stoff, macht in Summe maximal 5,- EUR. Wenn ich dann 40,- EUR dafür bezahle, bleibt noch immer ein satter Gewinn übrig.
Fertige ich im Ausland, ist der Gewinn halt nochmals etwas höher.
Auch ein Fußballtrikot, das für 100,- EUR verkauft wird, kostet in der Herstellung deutlich unter 10,- EUR. Aber es wollen halt alle mitverdienen.
In Deutschland zahlt man einen Aufschlag fürs gute Gewissen (siehe Trigema).
Jede(r) muss selbst entscheiden, was er bereit ist zu zahlen.
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emjay
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von emjay »

Ob das eine belastbare Kalkulation ist, lediglich auf Arbeitszeit / Lohn aus AN-Sicht sowie auf Material zu setzen? ;)
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badestring2
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von badestring2 »

moin,

als erstes muss mal die MwSt. runtergerechnet werden...
dann fehlt noch die AfA für die Maschinen, die Lohnnebenkosten, der allgemeine Verwaltungsaufwand, der Gebäudeunterhalt
nicht ganz zu verschweigen, vom Unternehmer Risiko war auch noch nicht die Rede, und, und und...

Da kommt in Richtung BWL schon was zusammen...

BwL Grüße vom Badestring2
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poohstring
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von poohstring »

Das ist BLW-technisch eine Mengenfrage. Je mehr ich produziere, um so billiger wird es (Fixkostendegression). Als es noch normale Slips von Schiesser gegeben hat, also vor knapp 30 Jahren, gab es diese bei uns für 6,- DM, also ca. 3,- EUR das Stück. Made in Germany. Auch Badestrings von Body Art (siehe Anhang) im Fabrikverkauf waren für 10,- DM zu haben. Ebenfalls Made in Germany.
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wilddieb6
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von wilddieb6 »

poohstring hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 17:38 Das ist BLW-technisch eine Mengenfrage. Je mehr ich produziere, um so billiger wird es (Fixkostendegression). Als es noch normale Slips von Schiesser gegeben hat, also vor knapp 30 Jahren, gab es diese bei uns für 6,- DM, also ca. 3,- EUR das Stück. Made in Germany.
BWL-technisch hast Du recht.
Ja, die Herstellung war in Deutschland, aber zu der Zeit wurde noch zu 75 % mit Made in GDR in die alten Bundesländer geliefert. Für alle später geborenen war das die DDR.
Das kann ich guten Gewissens sagen, denn ich kenne jemand sehr gut, die hat damals die Rechnungen für diverse Unternehmen geschrieben.
helpless
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von helpless »

StringBy hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 06:56 wo ist denn das Problem?
Ich bekomme nicht mehr Made in Germany und ich finanziere nicht mehr den Job einer Person die in Deutschland arbeitet.

Ich finanziere nur noch ein Manager irgendwo im Süden von Deutschland.
Der sein Betrieb leider nicht so gewandelt hat, dass der weiter Made in Germany bleiben kann.
Darauf habe ich keine Lust.

So etwas geht immer den gleichen Gang. Spirale abwärts.
Am Ende wird die Marke von einer asiatischen Firma gekauft oder ist weg.

Vielleicht ist das der Unterschied von einem echten Unternehmer und einem Manager.
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emjay
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von emjay »

Mir fällt jetzt keine hochwertige Marke ein, die preislich substanziell günstiger ist als Olaf Benz (zwischen 29,95 und 35,95 EUR für die meisten Modelle) und diese Bandbreite bzw. Modelltaktung anbietet.

Darüber hinaus sagt es sich leicht, dass jemand seinen Betrieb hätte "wandeln" müssen. Da müsste man aus meiner Sicht schon Punkte benennen können, wo der Hersteller deutlich von den Prinzipien guter Unternehmensführung abgewichen ist.
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von helpless »

emjay hat geschrieben: Do 8. Jan 2026, 07:20 Darüber hinaus sagt es sich leicht, dass jemand seinen Betrieb hätte "wandeln" müssen. Da müsste man aus meiner Sicht schon Punkte benennen können, wo der Hersteller deutlich von den Prinzipien guter Unternehmensführung abgewichen ist.
Hier der Wandel:
* vom Manager zum Unternehmer
* Mehr zeigen wie alles läuft, die ganzen Online-Kanäle bespielen
* dann echtes, und dauerhaftes Feedback einholen und umsetzen
* Kunden zu Fans machen
* Vom verwalten ins handeln kommen

Der Manager ist sicher nicht von "Prinzipien guter Unternehmensführung" abgewichen. Aber dann wird das halt auch so wie es im Manager-Handbuch steht. Vielleicht möchte der ja auch nicht mehr. Wenn das Geld stimmt was bei ihm privat rein kommt, dann kann ich das verstehen.
Dann steht der nicht dahinter sondern verwaltet das wie ein Asset.
Muss ich dann mit leben.
Aber daraus kann halt auch mehr gemacht werden.
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von emjay »

Na, ich weiß nicht, das klingt für mich nach Weisheiten von Unternehmensberater-Powerpoints. ;)

Wenn ich z. B. lese "Vom Verwalten ins Handeln kommen", dann überlege ich, was man der Premium Bodywear AG "vorwerfen" könnte. Sind es "Uralt-Rezepte", die immer wieder abgearbeitet werden, auch wenn man erkennt (wenn überhaupt), dass man irgendwie "umsteuern" müsste, wenn man das als ein mögliches "Handeln" ansehen wollte? Oder gibt es einen "Wasserkopf"?

Und gibt es z. B. Anzeichen, dass die Firma am Markt vorbeiproduziert, also nicht weiß, was die Kunden wollen? Auch ohne jetzt spezielle direkte Feedback-Kanäle zu unterhalten.

(Ich finde das übrigens immer amüsant-traurig, wenn eifrige Social-Media-Teams vom Drogeriemarkt oder vom Schwimmbad so was schreiben wie "Danke, dass du deine Erfahrungen geteilt hast und schade, dass du mit der neuen Rezeptur vom Duschgel nicht zufrieden bist. Du kannst es in jeder Filiale umtauschen." oder "Wir bedauern, dass Ihr Badbesuch so unerfreulich verlaufen ist. Seien Sie versichert, dass wir den Vorfall sehr ernst nehmen. Es entspricht keineswegs unseren Ansprüchen, dass Sie vom Personal angebrüllt werden. Wir werden das intern besprechen.", aber es passiert dann nichts.)

Und würden Insider-Einblicke, Making ofs, Social-Media-Team, YT-Clips wirklich etwas pushen (nachdem die Kosten für diese Aktionen wieder reingeholt wurden)?

Die Premium Bodywear AG hat im Herrenbereich immerhin zwei verschieden positionierte Marken mit Olaf Benz ("Mainstream") und Manstore ("Avantgarde", "Gay", "Fetisch"). (Früher war die Überlappung größer, da gab es z. B. von Olaf Benz auch knappe Badestrings ("Ministrings").)

Keine anderen deutschen Marken bieten diese Vielfalt an Herrenstrings mit ständig wechselnden Kollektionen. Ich habe mal überflogen, was bei uns an Herren-Strings anderer Marken angeboten wird und wie die Preislagen liegen. Ja, ein nicht mehr deutscher Bruno-Banani-String (winziges Sortiment) ist deutlich günstiger, aber manch anderes nur unwesentlich billiger oder sogar teurer.
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Re: Olaf Benz bald nicht mehr Made in Germany?

Beitrag von Iswimlover »

poohstring hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 08:41 Ein Stück Unterwäsche benötigt in etwa 10 Minuten Arbeitsaufwand. Beim aktuellen Mindestlohn also maximal 3,- EUR. Dazu der Stoff, macht in Summe maximal 5,- EUR. Wenn ich dann 40,- EUR dafür bezahle, bleibt noch immer ein satter Gewinn übrig.
Fertige ich im Ausland, ist der Gewinn halt nochmals etwas höher.
Auch ein Fußballtrikot, das für 100,- EUR verkauft wird, kostet in der Herstellung deutlich unter 10,- EUR. Aber es wollen halt alle mitverdienen.
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10 Minuten ist wahrscheinlich etwas wenig. Vor allem wenn man noch Zuschnitt, Verpackung etc dazurechnet.

Selbst wenn Du eine Schneider*in oder Näher*in findest, die für Mindestlohn arbeitet, musst Du für die Stunde mit Sozialabgaben, Steuern etc das doppelte veranschlagen.

Dann wollen auch die Händler, welche die Strings verkaufen auch etwas verdienen.

So landest Du schnell bei 40,- €. Und dann hat in dieser Wirtschaftskette niemand ein Ingenieurs Gehalt.
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